Das Widerstandsmuseum veranstaltet regelmäßig Wechselausstellungen, die oft auch ins Englische übersetzt werden und machmal ins Deutsch.
Bis 22. Mai 2011
In Ausnahmezeiten werden Liebesbeziehung als besonders intensiv erlebt. Auch der Zweite Weltkrieg beeinflusste das Liebesleben einer ganzen Generation. Im Luftschutzkeller, im Untertauchplatz, im Schützengraben und sogar in den Konzentrationslagern bekamen die Menschen Schmetterlinge im Bauch. Bei der Ausstellung "Liebe in Kriegszeiten", ab dem 3. Juni 2010 zu sehen im Widerstandsmuseum Amsterdam, steht diese bisher wenig betrachtete, menschliche Seite des Krieges im Mittelpunkt.
Jahrelang miteinander eingesperrt, in einem Versteck vor den Besatzern oder aktives Mitglied des Widerstands, in intensiver Zusammenarbeit mit anderen Mutigen - das sind Situationen, wie sie zu Kriegszeiten entstehen. Situationen, in denen alle Konventionen und Gesetze keine Rolle mehr spielen und durch die ständige Lebensgefahr der Fortpflanzungsdrang stimuliert werden kann. Es sind Situationen, in denen Liebe entsteht.
Während des Zweiten Weltkrieges nahm die Anzahl außerehelicher Beziehungen stark zu, die Prostitution blühte, der Sittenverfall wurde beklagt. Ca. 8.000 Kinder enstanden aus Verhältnissen von niederländischen Mädchen zu den kanadischen Befreiern. Aber auch der Charme der stramm uniformierten Deutschen trug buchstäblich Früchte. Die Schätzungen variieren zwischen 13.000 und 15.000 "Besatzungskindern".
In der Ausstellung Liebe zu Kriegszeiten kommt die Liebe mit all ihren Facetten zum Zuge: Liebe, die entsteht, wenn man zum Zusammensein verurteilt ist, Liebe, die die Kraft zum Überleben gibt, Liebesbeziehungen zum Feind, auch bezahlte Liebe. Fotos, Liebesbriefe, improvisierte Brautkleider und Ton- und Filmaufnahmen illustrieren die zahllosen, individuellen Liebesgeschichten. So zum Beispiel die Geschichte von Lammie, die dem bei ihrer Familie untergetauchten Bennie Trost spendet, als seine Eltern verhaftet werden. 1944 bekommen sie ein Kind, doch niemand darf von Bennies Existenz wissen. Für die anderen Dorfbewohner ist eindeutig, dass es sich um ein Besatzungskind handelt. Erst nach dem Krieg kann das Paar heiraten. Oder die Geschichte der Rotterdammerin Annie, die in absoluter Heimlichkeit eine Beziehung mit dem deutschen Marinesoldaten Karl eingeht.
Pressebericht 11. Mai 2010