Diese Sachen hat Ingenieur Loep bei sich, als er wegen seiner Teilnahme am April-Mai-Streik, 1943, verhaftet und erschossen wird.
Deutschland in BedrängnisNach ihrem Sieg bei Stalingrad drängen russische Truppen die Deutschen zurück. Die Engländer erobern die Luftraumsouveränität. Deutsche Städte erleiden schwere Bombenangriffe.
Totaler Krieg
Hitler peitscht die Bevölkerung auf, sich im „totalen Krieg“ bis aufs Äußerste zu engagieren. Die deutschen Männer ziehen massenhaft an die Ostfront. Arbeitskräfte aus den besetzten Ländern müssen den Betrieb der deutschen Kriegsindustrie aufrecht erhalten.
Arbeitskräfte aus den Niederlanden29. April 1943: Völlig überraschend wird angekündigt, dass 300.000 niederländische Soldaten doch noch als Kriegsgefangene abgeführt werden. 1940 waren sie freigelassen worden, doch jetzt braucht Deutschland Arbeitskräfte. In Twente kommt es zu spontanen Streiks. Blitzschnell breiten sie sich über weite Teile des Landes aus.
Loep ist nicht anwesend, als die Deutschen am zweiten Tag dieses April-Mai-Streiks einen Appell auf dem Werksgelände der Maschinenfabriken Stork abhalten. Als er verhaftet wird, erklärt er wahrheitsgemäß, dass er einen freien Tag habe. Seine Erklärung nützt ihm nichts. Es müssen schließlich Todesurteile verhängt werden. Loep distanziert sich nicht vom Streik: „Ich bin solidarisch mit meinen Landsleuten und will kein Streikbrecher sein.“ Seine Leiche wird nie gefunden. Alles, was seine Familie zurückerhält, ist ein Umschlag mit dem Inhalt seiner Taschen.
Harte Reaktion
Achtzig Streikende werden standrechtlich erschossen. Zur Abschreckung werden ihre Namen auf Plakaten veröffentlicht. Streikgruppen werden beschossen. Hierbei gibt es weitere 95 Tote und 400 Schwerverletzte. Am 3. Mai gehen die meisten Streikenden wieder an die Arbeit.